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Donnerstag, 9. April 2015

Steampunk-Fluggerät

Am 26.3.2015 waren wir als Teil der Eröffnungs-Pressekonferenz im Europapark.
Für diesen großen Tag in Rust suchte ich noch ein pfiffiges Accessoire für meine Tochter Johanna.
Ich entschied mich für Flügel. Als Basis nahm ich den Aufsatz eines alten Regulators, den ich auf dem Sperrmüll gefunden habe. Ich verlängerte ihn mit einem Brett und leimte es von hinten fest.


 Das Brett habe ich lasiert, lackiert und gebohrt für die Achsen der Streben. Auf jeder Seite habe ich drei angebracht - auf der Oberseite Halbrundstab und auf der Unterseite Kantholz. Dazwischen habe ich Baumwollnessel verleimt.









 Die Achsen der Flügelstreben wollte ich abdecken, also habe ich ein Zifferblatt mittig montiert.
Die Flügel lassen sich auch zusammenklappen, aber dazu muss man die Muttern lösen - ein bisschen unpraktisch, aber ich habe noch keine bessere Idee.
Zwei Ledergürtel dienen als Tragegurte.
Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen:




Sonntag, 29. März 2015

Little Steampunk-Girl Teil 3

Abschließende Arbeiten und "Technik" - erste Anprobe

Ich bin sehr stolz. Die erste Anprobe war ein voller Erfolg, alles hat auf Anhieb gepasst und meine Enkeltochter Ragna hat sich sehr gefreut.
Insgesamt habe ich genäht:
einen kleinen Cul de Paris
ein Röckchen
einen Überrock
eine Jacke mit angenähten Armstulpen
eine Fliegerkappe
gebaut habe ich:
die Flugmaschine
gekauft:
das Handtäschchen
auf dem Flohmarkt / bei Ebay erstanden:
Trompete
Schlüsselkasten (für die Flugmaschine)
bereits vorhanden:
Stiefelchen, Strumpfhose etc.
Es fehlen nur noch abschließende Arbeiten, wie z.B. Verzierungen auf den Armstulpen, Kürzen der Rucksack-Riemen...

1. Mini-Popokissen
3. Überrock
2. Röckchen

4. Jäckchen

5. Gürtel mit Trompete

6. Fliegerkappe

7. das Täschchen


8. die Flugmaschine



stolze Oma



Mittwoch, 4. März 2015

Little Steampunk-Girl - Teil 1: die Fliegerhaube

Mein herzallerliebstes Enkelkind wird in ein paar Tagen drei Jahre alt. Schon länger wollte ich ihr ein Steampunk-Outfit nähen...
Im Juni wird es in Karlsruhe wieder ein großes Picknick geben und was liegt näher, als jetzt endlich mal dieses Projekt anzugehen.
Zuerst dachte ich daran, sie als kleine Prinzessin auszustaffieren. Aber unsere Kleine ist ein rechter Wirbelwind und da habe ich umdisponiert. Wie wäre es mit einem Flieger-Outfit, habe ich mir gedacht.
Ich kann zwar nicht so ganz toll zeichnen, aber trotzdem habe ich einen Entwurf zusammen gebastelt.
Okay, meine Mini-Mona Lisa sieht jetzt eher ein bisschen jugendlich aus, aber ICH muss ja wissen, was ich vorhabe.


Heute habe ich dann mit der Fliegerhaube begonnen. Von einer gekauften Haube habe ich den Schnitt abgenommen und mittels mathematischer Berechnungen auf den Kleinkinderkopf runter gerechnet.
DAS ist das Ergebnis. Leider wohnt mein Enkelkind nicht um die Ecke und ich muss jetzt hoffen, dass die Fliegerhaube auch passt, sonst gibts doch eine Bruchlandung.



Freitag, 1. August 2014

Hochzeitskleid Teil III - das Korsett

Nachdem der Rock langsam Formen annahm, mussten wir uns natürlich auch um das Oberteil kümmern.
Nachdem meine Tochter durchaus positive Erfahrungen mit dem Tragen von Korsett gemacht hat (Optik, Tragekomfort), fiel die Entscheidung recht schnell.
Blieb nur die Frage in welcher Reihenfolge sollte das Korsett in das Komplettoutfit integriert werden?
Das Korsett ist nämlich eigentlich ein Stück Unterwäsche und nicht das Finish! Die "korrekte" Reihenfolge war etwa diese: eine Chemise (langes, lockeres Unterhemd), dann das Korsett, obendrüber eine Bluse, eine Taille oder ähnliches. Niemals trug die Dame schulterfrei, ich meine mich zu erinnern nur bei Abendveranstaltungen, Bällen z.B.
Wir wollten hingegen: schulterfrei, keine Unterwäsche, also Korsett auf nackter Haus. Darüber ein Jäckchen, Bolero... wir hatten uns noch nicht entschieden.
Da wir noch nie ein Korsett genäht haben, musste natürlich ein Probeteil angefertigt werden.
Wir wählten dafür den Rosenstoff, aus dem auch der Krinolinenrock ist, und zusätzlich als Futter Bomull von Ikea. In unserem Fall kam der sehr stabile Stoff also nach außen, der weiche als Futter nach innen.



Auch hier kann man variabel arbeiten: außen z.B. Seidenjaquard, innen Drell oder Couteuil, der die Stabilität bringt. Ich glaube nicht, dass es eine dogmatische Vorgehensweise gibt, die die einzig richtige ist.
Überhaupt gibt es beim Korsett nähen viele Wege, die zum Erfolg führen...
Als Schnitt diente uns der Truly Victorian Schnitt "spätviktorianisches Korsett der 1880er Jahre", den wir nur geringfügig anpassen mussten - ein wenig mehr Weite an der Hüfte reichte schon aus. Mehr Schwierigkeiten machte uns die englische Anleitung und auch die "Logik"
Normalerweise gibt man beim Kauf eines Korsetts einfach die Taillenweite an und geht davon aus, dass der Hersteller schon die richtige Weite liefert. Oder der Hersteller sagt einem, wie viel man von der Taillenweite abziehen muss - immerhin braucht man ja einige Zentimeter zum schnüren.
Hier hieß es jetzt, man solle nochmal 2 bis 4 Inch selber abziehen, das sind immerhin 5 ODER 10 Zentimeter. Nahtzugaben seien schon enthalten erfuhren wir, später stellten wir jedoch fest, dass am oberen und unteren Rand keine NZG nötig ist, weil hier mit Schrägband eingefasst wird. Es sei denn, man will es höher, als der reine Schnitt.
Die Empfehlung einiger Websites und Blogs besagt, dass man auf jeden Fall ein Probekorsett aus billigem Stoff nähen soll. Da dieses allerdings nur wirklich sitzt, wenn auch Stäbe drin sind, man also irgendwie Tunnel einarbeiten muss, ist es ziemlich doof, wenn man alles wieder auftrennen muss, wenn der Schnitt abgeändert wurde und man ihn nun als neues Schnittmuster benutzen will.
Und was, wenn das Probekorsett so toll wird, dass man es auch später tragen möchte?
Dilemma!
Wir haben vermessen und gerechnet und schließlich den Schnitt angepasst und aus Kopierpapier nochmal ausgeschnitten.



Zuschnitt war kein Problem, wir mussten beim Zusammenstecken aber genau darauf achten, dass wir weder die Teile noch die Seiten vertauschen. Am besten, man steckt alles sofort zusammen, damit man nichts durcheinander bringt. Schließlich haben wir vier Teile auf dem Tisch: linkes und rechtes Teil aus Oberstoff, linkes und rechtes Teil aus Futter.
Dann haben wir genäht und umprobiert. Wir entschlossen uns dazu, die Nahtzugabe auch als Tunnel zu verwenden, war ein bisschen knapp, ging aber. Was wir allerdings nicht bedachten war, dass man ja die Schließe einarbeiten muss und die hintere Kante auch verstürzt werden muss. Das haben wir zu spät festgestellt, aber das haben wir dann irgendwie hingefrimmelt. Kleinste Übung.
Dann die Anprobe. Lustige Sache das. Ohne Stäbchen geht da nichts. Auf die Idee mit den Kabelbindern hat uns die liebe Juno Sophronia später gebracht, aber wir sind ja trotzdem kreativ. Ich habe einfach Draht abgeschnitten und oben und unten umgebogen, damit sich das Kind nicht weh tut.
Meine Güte, war das ein Gelächter!





Dann hatten wir als Verschluss einfache Korsagen-Häkchen-Band verwendet, aber das lumpige Zeug ist mal überhaupt nicht geeignet. Wir wollten aber unbedingt weiter machen. Wir besorgten einen teilbaren Reißverschluss und endlich konnte die Anprobe vollendet, die Anpassungen vorgenommen und das Probekorsett schließlich fertig genäht werden. Es ist dann doch so hübsch geworden, dass Inés es fertig stellte. Passt jetzt zum Rosenrock, aber genau so schön zu Jeans, schulterfrei oder mit einem Blüschen drunter.





Das zweite Korsett schnitten wir in weißer Seide zu. Aber das war uns als Kontrast zu hart. Am Ende wurde es ein cremefarbenes.








Wir haben unser ganzes Herz- (und Finger-) Blut investiert und meinten, wir hätten uns GANZ GENAU an das erarbeitete Schnittmuster gehalten. Aber was soll ich sagen? Das Hochzeitskorsett wurde kleiner. So ein Mist aber auch! Wir haben am Ende schon wieder gezaubert und schlussendlich konnten wir es anprobieren.
Hinreißend sah meine Tochter aus. Ich als Mutter war einfach nur begeistert.



Aber meine Tochter fand es vorne herum zu nackig. Sie zoppelte bei der Anprobe daran herum und wollte unbedingt irgend eine Abdeckung - Rüsche - Schultertuch...



Am Ende stießen wir bei unseren umfangreichen Recherchen auf die Seite der lieben Cornelia Heß von Steampunk Decadence und ihre traumhafte Robe "La Perla". Die inspirierte uns zur endgültigen Organza-Rüsche mit Perlen bestickt. Danke Cornelia!

Sonntag, 13. Juli 2014

Oberflächengestaltung im Steampunk - künstlicher Rost

Oft ergibt sich für mich (und sicherlich auch für viele andere Steampunks) die Notwendigkeit, eine Oberfläche zu gestalten. Da findet man eine ansich schöne Box, aber leider sieht man ihr an, dass sie aus Plastik ist. Oder eine Chips-Dose wird zum Munitionsbehälter (eine eigene aus Kupferblech selber biegen ist ja sündhaft teuer), aber so, wie sie nun mal aussieht, kann man sie nicht lassen Das Leder sieht viel zu neu aus, dem Kunstleder könnte ein "Müüü" Vintage-Look nicht schaden, der Stoff hat doch nicht die erhoffte Farbe wie auf der Internetseite des Anbieters...
Da muss man manchesmal schon richtig Fantasie entwickeln, bevor sich das gewünschte Steampunk-Feeling einstellt.
Und geben wir es doch zu: wir haben nicht alle daheim eine Garage voll bis zur Decke mit schönen alten Schreibmaschinen oder Apparaturen, mit Großmutterst Spitzendeckchen und alten Ledermänteln, auf die wir zurück greifen könnten.
Nun denn, ihr versteht, was ich meine. Dem "Steampunk-Look" muss eben manchmal ein bisschen nachgeholfen werden.
In diesem Zusammenhang möchte ich eine kleine Sammlung an Ideen beginnen, die ich entweder irgendwo aufgeschnappt habe, oder (vorzugsweise) die ich selber bereits ausprobieren und auf Tauglichkeit testen konnte.

Für diesmal also: künstlicher Rost


Donnerstag, 19. Juni 2014

Ein Hochzeitskleid entsteht (Teil II)

Nachdem der Unterbau nun konstruiert und genäht war, war es Zeit sich Gedanken zu machen was oben drüber kommen soll. Zuerst fertigte ich einen Proberock aus günstigem Baumwollstoff an - ich wollte ja schließlich nicht gleich unnötig Stoff verschneiden. Am Bund hatte ich dann bereits die ersten Fragen und fuhr zu Mama nach Freiburg, um mir die Faltung erklären zu lassen.




Sie zeigte mir geduldig wie ich die eine Falte in die andere legen sollte. Und bei den Anproben variierten wir schon mit verschiedenen Möglichkeiten wie man den Rock tragen könnte. 



Wollte ich eigentlich für die Hochzeit einen schlichten Rock mit oder ohne Überrock? Toll aussehen würde nämlich beides.





Im September 2013 nähte ich dann kurz vor der Anno Luxembourg 2013 einen zweiten Proberock aus geblümten Material und zusätzlich noch einen Unterrock. Dieses Ereignis eignete sich hervorragend für einen ersten Feldversuch, ob die Robe so ankam wie ich es mir erhoffte und ob ich darin überhaupt laufen konnte. Eigentlich darf ich das gar nicht beichten, aber den Saum beider Röcke kürzten wir Schluss letztendlich zwei Tage vor dem eigentlichen Event.






Stolz präsentierte ich auf der Convention was von den Damen von Ungefähr an der Nähmaschine so hergestellt wurde. Von all unseren Freunden und Bekannten kam ganz viel Lob, Anerkennung und hervorragende Lichtbilder (kamerascheu wie im ersten Jahr war ich überhaupt nicht mehr). 









Außerdem hatte die ein oder anderen Dame auch noch hilfreiche Tipps, was man am Hochzeitsrock und Unterrock noch verbessern könnte. 
So bekam der Unterrock beispielsweise noch Rüschen aus Wirkfutter. Das geschah deshalb, weil die Reifen der Krinoline nicht durchscheinen sollten. Aber leicht musste er bleiben, da kam ja noch etwas darüber.


Während die Rock über Rock Geschichte entstand stellte ich fest, dass ich da ganz schon viel Material um die Hüften geschlungen bekam. Unter Umständen könnte das unangenehm werden, weil der Gürtel der Krinoline auf der nackten Haut hässliche Spuren hinterließ. 
Zu diesem Zeitpunkt stand ja dann endlich fest, dass ich das Korsett über dem Rock tragen würde. Also lies sich Mama da etwas geniales einfallen und sie schneiderte mir eine Art "Taillengürtel". Schick ist sicherlich anders, aber das Teil hat an der Hochzeit genau das gemacht, was ich mir gewünscht habe - meinen Rücken unterstützt und meine Taille geschützt.